Die Märtyrer Cantius, Cantianus, Cantianilla und ihr Lehrer Proto wurden am Tag vor den Kalenden des Juni zwölf Meilen von Aquileia entfernt jenseits des Flusses Isonzo an einem Ort namens "Ad Aquas Gradàtas" getötet.
So steht es in den Acta Martyrum, alten Dokumenten in lateinischer Sprache, die vielleicht schon im 5. bis 6. Jahrhundert nach Christus verfasst wurden, um des Martyriums der ersten Christen zu gedenken.
Die drei Geschwister und Proto, die sich geweigert hatten, dem christlichen Glauben abzuschwören, wurden am 31. Mai 304 n. Chr. in der nordostitalienischen Stadt San Canzian d'Isonzo, unweit von Aquileia, einer der größten und wohlhabendsten Städte des Römischen Reiches, getötet.
Das Martyrium fand in einer so genannten Ortschaft 'Ad Aquas Gradàtas' statt, vielleicht das heutige Gebiet von Grodate.
Hier findet nämlich seit jeher an jedem 31. Mai eine Prozession zu Ehren der Heiligen Canziani statt.
Die drei Geschwister wurden in einem einzigen Grab nördlich der heutigen Pfarrkirche beigesetzt, auf dem Gelände einer großen und luxuriösen Villa, die möglicherweise ihrer Familie gehörte. Dieser Ort wurde bald zu einem Wallfahrtsort und so wurde um die Mitte des 4. Jahrhunderts auf den Strukturen der Villa ein erstes, ihrem Andenken gewidmetes Gebäude errichtet.
Zwei Jahrhunderte später wurde die Basilika renoviert und erlebte ihre zweite Phase. Sie wurde mit einem prächtigen Mosaik ausgestattet, auf dem noch Spuren des großen Brandes zu sehen sind, der sie im 10. Jahrhundert vollständig vernichtete.
Etwa 500 Jahre später wurde schließlich die heutige Pfarrkirche gebaut und 1593 fertiggestellt.
Proto wurde an einem Ort unweit des Grabes der drei Märtyrer beigesetzt.
Auch über dem Grab von Proto wurde bereits im 4. Jahrhundert eine Gedenkhalle errichtet, die in drei Phasen umgebaut wurde und im 15. oder 16. Jahrhundert mit dem Bau der heutigen Kirche St. Proto ihren Höhepunkt fand.
San Canzian d'Isonzo erzählt die Geschichte der drei Geschwister und ihres Lehrers, eine Geschichte von christlichen Märtyrern und Pilgerreisen, von Denkmälern und Basiliken, die ihnen zu Ehren errichtet wurden. Es zeugt aber mit Überresten und Materialien auch von der reichen und lebendigen römischen Zeit davor. In San Canzian können Sie in der Ausstellung des Antiquariums eine längst vergangene Zeit wiedererleben, die es noch zu entdecken gilt.